Einblicke ins FSJ bei uns im Hospiz
Bei der Begleitung letzter wertvoller Lebenszeit geht es ebenso um Pflege und Versorgung wie um Zuwendung, Wertschätzung und Freude. Unsere Gäste fühlen sich bei uns gut aufgehoben und erleben viele schöne, persönliche Momente – in unseren wunderbaren Räumen, mit unserem herzlichen, erfahrenen, einfühlsamen, supernetten Team, in kleinen gemeinsamen Augenblicken und bei unseren vielen Veranstaltungen.
Unsere FSJler sind fest in unser Team integriert und bringen sich und ihre Ideen ein. Sie erleben, wie wichtig Nähe und Aufmerksamkeit sein können – und wie viel Leben, Humor und Wärme in einem Hospiz möglich sind.
Hier gewähren drei von ihnen Einblicke in ihre Zeit bei uns. Danke, liebe Rieke, lieber Joris und liebe Anne!
„Ein FSJ im Hospiz fordert zum Lernen und Wachsen auf.“
Warum hast du dich für ein FSJ in einem Hospiz entschieden?
Durch den Tod eines Familienmitglieds habe ich bereits in jungen Jahren ein Hospiz kennengelernt. Die Arbeit in einem Hospiz, die hiermit verbundenen Themen interessieren mich sehr.
Warum hast du dich für ein FSJ bei uns entschieden?
Weil hier auch unter 18-Jährige ein FSJ machen können. Ich hatte mich bereits mit 16 dafür entschieden, ein FSJ in einem Hospiz zu machen.
Was für Einblicke, Einstellungen, Erfahrungen nimmst du fürs Leben mit?
Ich nehme viele Einblicke in Bezug auf das Thema Tod mit, der hier eine Normalität hat. Ich habe hier den Umgang mit dem Tod gelernt, auch durch die trauernden Menschen, die ich erlebt habe. Seit meiner Arbeit hier habe ich vor dem Tod weniger Angst.
Welches Erlebnis hat dich besonders berührt?
Für mich waren die Begegnungen mit einer Gästin sehr prägend. Sie hat uns FSJlern viele Ratschläge gegeben. Es hat mich sehr berührt, dass sie mit uns so offen sprechen konnte.
Welches Erlebnis hat dir besonders viel Freude geschenkt?
Mir macht es Freude, wenn sich die Gäste freuen. Oder wenn man sich an meinen Namen erinnert.
Kannst du diesen Satz vervollständigen? Ein FSJ im Hospiz ist eine sehr gute Wahl, weil …
… es einen zum Lernen und Wachsen auffordert. Man merkt, wie kostbar das Leben ist. Man sollte jeden Tag Freude schenken.
„Schützen und schätzen, was man hat, ist so unfassbar wichtig.“
Warum hast du dich für ein FSJ bei uns entschieden?
Mir war es wichtig, nach der Schule etwas Sinnvolles zu machen und für Menschen da zu sein. Menschen an ihrem Lebensabend zu begleiten, ihnen noch ein Lächeln entlocken zu können und den Gästen, aber auch den Angehörigen, die für sie wohl mit schwerste Zeit etwas unbeschwerter zu machen, klang für mich unfassbar wichtig und bereichernd.
Was für Einblicke, Einstellungen, Erfahrungen nimmst du fürs Leben mit?
Dankbarkeit! Unser Leben, unsere Gesundheit und unsere Mitmenschen sind keine Selbstverständlichkeit. Schützen und schätzen, was man hat, ist so unfassbar wichtig. Und immer lieb zu den Mitmenschen sein, man weiß nie, was die anderen mit sich herumtragen.
Welches Erlebnis hat dich besonders berührt?
Da wäre zum einen das Vertrauen, das man innerhalb des Teams aufbaut und wie ich in meinem FSJ aufgenommen wurde. Zum anderen fand ich die Begegnungen zwischen Gästen und Angehörigen immer sehr rührend. Man nimmt sehr viel Zwischenmenschliches aus dem Einsatz mit, was ein riesiges Geschenk ist.
Welches Erlebnis hat dir besonders viel Freude geschenkt?
Die Abende und Feste mit den Gästen und deren Angehörigen. Ich habe mich immer riesig darüber gefreut, die Ruhe in den Gesichtern zu sehen, weil es ein Stück Normalität gab und man die Probleme wenigstens für ein paar Stunden vergessen konnte.
Kannst du diesen Satz vervollständigen? Ein FSJ im Hospiz ist eine sehr gute Wahl, weil …
… man viele komplett verschiedene Menschen kennenlernen darf und so viel Wichtiges voneinander lernen kann.
„Es waren oft die ‚kleinen‘ Erlebnisse, die mich besonders berührt haben.“
Warum hast du dich für ein FSJ in einem Hospiz entschieden?
Meine Entscheidung für ein Hospiz war ehrlich gesagt recht spontan. Ich hatte Lust, das Gesundheitswesen kennenzulernen, dabei aber nicht klassisch ins Krankenhaus zu gehen. Denn dort ist der Arbeitsalltag auf eine andere Weise getaktet und es geht weniger stark ums Individuum und eben mehr um eine schnelle Genesung (was natürlich auch sehr wichtig ist). Ich wollte mich gerne mit Themen auseinandersetzen, die auf den ersten Blick etwas unangenehm erscheinen, aber unsere Gesellschaft prägen und über die ich noch viel lernen kann.
Warum hast du dich für ein FSJ bei uns entschieden?
Ich habe ein wenig recherchiert und bin zunächst, ohne es näher zu kennen, auf das Hospiz am IK gestoßen. Entschieden habe ich mich erst nach meinem Probe-Arbeiten und einem ersten Gespräch. Ich wurde sehr freundlich von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begrüßt und durfte dann, um einen Einblick zu erhalten, einige Stunden mitlaufen. Dabei wurde mir direkt die Chance gegeben, meine zukünftigen Aufgaben kennenzulernen und ich wurde aktiv eingebunden – obwohl das oft gar nicht so leicht ist, wenn man eigentlich noch keine Ahnung hat von dem, was zu tun ist. Aber der freundliche Empfang, die fröhliche Stimmung und auch die helle, offene Gestaltung des Hospizes haben mich schnell überzeugt.
Was für Einblicke, Einstellungen, Erfahrungen nimmst du fürs Leben mit?
Ich habe während meines Einsatzes im Hospiz viel mitgenommen. Natürlich musste auch ich mich daran gewöhnen, täglich mit der menschlichen Endlichkeit konfrontiert zu sein – aber das gehört ja auch zum Leben dazu.
Mir wurde im Hospiz gelehrt, mit welcher Offenheit, Freundlichkeit und Fürsorglichkeit man dem Tod und der Trauer begegnen kann. Ich habe dort die Hemmung verloren, über diese Themen nachzudenken und zu sprechen.
Da jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter auch ein bisschen seinen eigenen Stil in Kommunikation und Pflege mitbringt, habe ich zudem viele Möglichkeiten und Ideen kennengelernt, wie man den Gästen, so nennen wir alle „Patientinnen und Patienten“, die ins Hospiz kommen, individuell helfen kann. Ich habe viel in der Kommunikation gelernt. Sowohl mit den Gästen, aber auch mit ihren Angehörigen, die oft auch viel Unterstützung dabei brauchen, die Ereignisse zu verarbeiten. Natürlich war auch der Einblick in die Pflege unglaublich spannend. Zu lernen, wie man Menschen unterstützen muss und auch unterstützen kann, um ihre letzte Lebenszeit möglichst angenehm zu gestalten.
Und zu guter Letzt, auch wenn ich hier noch mehr aufzählen könnte, war es unglaublich bereichernd, die Gäste im Hospiz kennenzulernen. Als FSJlerin war ich freier in der Tagesgestaltung als das Pflegepersonal und hatte so einfach viel Zeit, mich mit den Gästen zu unterhalten. Menschen, mit denen ich sonst nie in Kontakt gekommen wäre, kennenzulernen, von deren Leben zu hören und deren Gedanken mitzubekommen, war unglaublich spannend. Bis heute, fast zwei Jahre nach meinem Dienst, erinnere ich mich noch immer an viele Gäste, die ich begleitet und betreut habe, an ihre Geschichten und auch an ihre Dankbarkeit dafür, dass ich ihnen zugehört habe.
Welches Erlebnis hat dich besonders berührt?
Ich glaube, es waren oft die „kleinen“ Erlebnisse, die mich besonders berührt haben. Als ein dementer Gast sich auf einmal an meinen Namen erinnerte oder eine Gästin fragte, ob ich ihr heute das Essen zubereiten könne. Bei den Wunschkonzerten, bei denen Gäste die Chance hatten, sich Lieder zu wünschen und sich sehr darüber freuten, als diese dann gespielt wurden. Oder als ich gemeinsam mit einem Gast seine Fotosammlung durchsah, er mir die Aufnahmen seiner ganzen Reisen zeigte und auch ein wenig Wehmut dabei war, zu wissen, dass er dies nun nicht mehr machen kann und wird.
Und zu guter Letzt auch mein eigener Abschied, bei dem ich nochmal gemerkt habe, wie sehr mir die Zeit im Hospiz gefiel und nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen ein paar Tränen flossen, weil wir die Arbeit miteinander sehr geschätzt haben.
Welches Erlebnis hat dir besonders viel Freude geschenkt?
Ich glaube, ich könnte an dieser Stelle mehr als ein Erlebnis nennen, doch was mir gerade in den Kopf kam, war ein Gespräch mit einer Frau, die ihr ganzes Leben lang tanzte. Sie erzählte davon und zeigt mir, gemeinsam mit einer Ehrenamtlichen, einige Bilder aus dieser Zeit. Als die Ehrenamtliche dann eine Woche später wiederkam, hatte sie ein Bild dabei, welches sie von der Gästin fand, auf dem sie gemeinsam – ich glaube mit ihrem Mann – getanzt hat. Die Gästin hat sich natürlich sehr darüber gefreut und dieser Moment zeigte mir, dass es nicht viel Arbeit benötigt, um Momente der Freude zu kreieren.
Kannst du diesen Satz vervollständigen? Ein FSJ im Hospiz ist eine sehr gute Wahl, weil ...
… man in einem sehr netten und wertschätzenden Team lernen kann, wie der Umgang mit Tod und Sterben geschehen kann und sowohl die Pflege, die palliative Medizin und die psychologische Betreuung kennenlernen kann. Weil man lernt, wie man selbst damit umgehen möchte und die Chance hat, viel selbst zu gestalten, viele verschiedene Menschen (Team, Gäste und Angehörige) kennenzulernen und man die fleißigen Pflegekräfte auch ein bisschen unterstützen kann und so zum Wohlbefinden aller beiträgt.
Direkt online bewerben kannst du dich hier. Gib in dem Formular an, dass du gerne zu uns ins Hospiz am Israelitischen Krankenhaus möchtest.