08.09.2025

Von Steinen, Keksen, Büchern und Kreativität mit viel Herz – schön, dass Du dabei bist, liebe Kerstin!

Wenn Kerstin David ins Hospiz kommt, bringt sie meistens etwas mit: mal sind es Steine, die schön bemalt werden, mal ist es ein leckerer Kuchen, eine Quiche oder neuerdings Kekse, die den Stempel des Hospizes tragen. Vor allem aber bringt sie ihre Ideen mit, ihre Ruhe, ihr Engagement und ihre Freude daran, anderen Freude zu bereiten.
Wir sind froh, dass Kerstin seit vergangenem Jahr Mitglied in unserem Förderverein ist und ganz gespannt, was sie sich noch einfallen lassen wird. Denn: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Eigentlich kennt Kerstin unser Hospiz von Beginn an, war sie doch viele Jahre in ihrem Beruf als Biochemikerin in einer Firma tätig, die nach ihrer Gründung auf demselben Gelände ansässig war. Mit Beginn des Ruhestands kam dann der Wunsch in ihr auf, „die Chance zu haben, noch etwas anderes zu machen“, erzählt sie, „etwas Sinnvolles, das noch mehr die persönliche Seite bedient.“
So lag es nahe, Kontakt aufzunehmen zum Hospiz oder, besser gesagt, die bestehenden Kontakte zu intensivieren. Das machte Kerstin aber Schritt für Schritt, so, wie es eben zu ihr passt. „Es war ein langsamer Einstieg ins Ehrenamt. Erst klang noch mein Job nach.“ Verständlich, zumal sie ihren Beruf mochte, der – „so dominant und erfüllend er war – gleichzeitig auch mein Hobby war“. Das gemächliche Beginnen habe ihr auch geholfen, vielleicht noch bestehende Berührungsängste abzubauen.
Interessant fand sie das Hospiz immer schon, zunächst aus der naturwissenschaftlichen Perspektive ihres Berufes, in dem sie sich über zwanzig Jahre mit der Krebsforschung beschäftigt hatte.

„Als ich Bettina gefragt habe ‚Was kann ich tun?’, antwortete diese kurzerhand: ‚Ach, wenn Du mal einen Kuchen vorbeibringst, wäre das schön.’“ Gesagt getan. Aus dem Kuchen wurden mehrere, die zig selbst gebackenen, liebevoll in Tütchen verpackten Kekse für den Adventsbasar nicht zu vergessen.

Es folgten Bastelnachmittage mit den Gästen und ihren Angehörigen. Das Wichtige sei die Atmosphäre: „Auch wenn nur ein paar Gäste mitmachen können, so ist diese kreative Beschäftigung einfach wohltuend für sie“, sagt Kerstin. Und manchmal entstehen schöne kleine Dinge, wie die handschmeichelnden, mit Acrylfarbe bunt bemalten Steine, die behalten werden als Glücksbringer, als Kraftsteine oder als Träger eines guten Gefühls und die vielleicht auch verschenkt werden an die Angehörigen und Freunde, damit diese eine Erinnerung an den Gast erhalten.

Immer schon habe sie sich gerne kreativ beschäftigt. Und die Ideen gehen der 66-Jährigen bestimmt nicht aus. Ihre Inspiration bekommt sie unter anderem aus der Natur, in der sie sich gerne aufhält – entweder im Garten oder im Wochenendhaus an der Schlei, das sie von ihren Eltern übernommen hat und wo sie als Kind bereits Bilderbuch-ähnliche Urlaube verbrachte. Mit ihrem Lebensgefährten Frank ist Kerstin gerne in der Natur unterwegs. Frank, so verrät uns Kerstin, traf sie vor fünf Jahren wieder. Die beiden kannten sich aus der frühesten Kindheit, da waren sie Nachbarn in einem Reihenhaus in Fuhlsbüttel gewesen. „Viel Freude hat es gemacht, als wir unsere Dias zu gemeinsamen Erlebnissen aus der Kindheit zusammen ansehen konnten. Wir hatten sie unabhängig voneinander fast zeitgleich digitalisiert“, berichten die beiden schmunzelnd.
Was Frank über Kerstins Engagement sagt? Das ist so klar wie eindeutig: „Kerstin hat eine sehr ausgeprägte Ader fürs Soziale. Das ist bisher ihr intensives Leben, und auch ihr Berufsleben gewesen. Sie denkt stets mehr an andere als an sich.“
So verwundert es nicht, dass sie momentan auch noch ihre 89-jährige Tante versorgt, für sie da ist.

An unserem Hospiz schätzt Kerstin, „dass alle so herzlich und zugewandt sind. Man wird sofort in eine vertraute Wohlfühlatmosphäre eingebunden. Und wenn es menschlich stimmt, macht es umso mehr Spaß, sich zu engagieren. Hier wird das Ehrenamt wirklich gesehen.“
Es klingt wie eine logische Folgerung, dass sich Kerstin zusammen mit einer weiteren Engagierten aus dem Förderverein der Bücher annahm und nun tatkräftig mitgewirkt beim Aufbau und Befüllen des nachbarschaftlichen Buchtauschschränkchens, das wir nun einweihen konnten.  
Das frei zu gestaltende Ehrenamt bei uns sei genau ihr Ding, sagt Kerstin mit einem Augenzwinkern, und „eine willkommene Abwechslung für die Gäste und für mich. Das Schöne ist, dazu beitragen zu können, dass mehr Leben passiert.“

Wir freuen uns auf Deine weiteren Impulse und sagen Danke, liebe Kerstin!

Gut zu wissen: Die Mitgliedschaft in unserem Förderverein ist nicht an einen bestimmten finanziellen Beitrag geknüpft. Jede/r kann das so oft und so regelmäßig einbringen, was und wie er kann und möchte – dies dürfen z.B. auch kreative Gaben und zur Verfügung gestellte Fähigkeiten sein. Als Dankeschön für Ihre Mitgliedschaft laden wir jedes Jahr zu einem Sommerfest in unseren Garten ein.

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