09.12.2025

Ein Abend voller leiser Töne und großer Gefühle über das Abschiednehmen und die Schönheit des Lebens – anlässlich der Hamburger Hospizwoche

Über 50 Menschen kamen am 9. Oktober 2025 zu unserem Tag der offenen Tür anlässlich der diesjährigen Hamburger Hospizwoche.
Nach Führungen durch das Hospiz und vielen Informationen über die Hospizarbeit erlebten die Besucher, unsere Gäste, Angehörigen und Mitarbeiter*innen eine ganz besondere Veranstaltung: Louise Brown und Cihan Morsünbül luden zu einer musikalischen Lesung in unseren schönen Herzsaal ein.

Der Abend begann mit einer amüsanten Einstimmung: Die Journalistin, Trauerrednerin und Autorin Louise  Brown erzählt in ihrer Vorstellung, dass „Was bleibt, wenn wir sterben“(Diogenes) nicht ihr erstes Buch sei, sie habe schon einmal „einen schrecklichen Roman“ geschrieben, dessen Titel wir besser nicht googeln sollten.
So schrecklich wie der Roman gewesen sein soll (was wir nicht so wirklich glauben), so schön ist das Buch, aus dem wir an diesem Abend hören durften und in dem Louise Brown mit charmantem britischen Akzent ihre Erfahrungen als Trauerrednerin mit uns teilte.
Sie schenkte uns unvergessliche Bilder, die daran erinnern, was uns als Menschen ausmacht. Sie erzählte von den Apfelbäumen, die bei einer Beerdigung neben den Särgen von Karlin und Hermann stehen, die kurz nacheinander gestorben sind und deren Trauerrede sie hält.
Sie erzählte auch davon, wie sie Monate später an einem Marktstand steht und Äpfel kauft, deren Geruch sie an die Beerdigung und Karlin und Hermann erinnert, deren Lebensgeschichte sie erfahren durfte. „Was bleibt, wenn wir sterben“ ist ein tröstendes und befreiendes Buch, das Mut macht, das Leben auf die Dinge auszurichten, die von Bedeutung sind.
Mit leiser Klarheit und poetischer Tiefe erzählt Louise Brown von Vergänglichkeit, Liebe und Hoffnung.
Cihan Mörsebühl ergänzte die Lesung mit sensiblen musikalischen Interpretationen – mal zart und nachdenklich, mal kraftvoll und tröstend –, sodass Worte und Klänge sich gegenseitig umspielten und verstärkten.
Besonders seine jazzige Interpretation von „It‘s a wonderful life“, die er zum Abschluss des wundervollen Programms sang, verzauberte und begeisterte die Zuhörer*innen.
In stimmungsvoller Atmosphäre, bei Wein und Laugengebäck, verbanden sich Sprache und Musik zu einem eindrucksvollen Dialog über das Leben, das Abschiednehmen und die Spuren, die Menschen hinterlassen.

Die Zuhörer dankten mit langem Applaus für diesen besonderen Abend, der nachhallte – nicht laut, sondern tief.

Er erinnerte daran, wie eng Trauer und Trost, Abschied und Zuwendung miteinander verwoben sind – und wie sehr Musik und Literatur helfen können, das Unsagbare auszudrücken.
Ein herzlicher Dank gilt Louise Brown und Cihan Morsünbül für ihre bewegende Darbietung – Michael Schmitt von Mosel Wein für die wunderbaren Weine  und Ulrich Hoffmann von der Buchhandlung Hoffmann für den Büchertisch, sowie allen, die diesen Abend im Rahmen der Hamburger Hospizwoche möglich gemacht haben.

Die nächste Lesung mit Louise und Cihan findet statt am Dienstag, 28. April 2026

Dort gibt es auch wieder leckere Weine von Mosel Wein zu erwerben.

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