08.09.2025

Ein Abend voller Humor und Menschlichkeit

Bei unserer vierten Benefizlesung am 29. Juli verwandelte sich das Hospiz in einen Ort der leisen Heiterkeit und tiefen Verbundenheit.
Die aus Film, Fernsehen und Theater bekannte Schauspielerin Lisa Wagner war zu Gast, um aus den Werken des großen Satirikers Ephraim Kishon zu lesen – und tat dies mit einer Präsenz, Leichtigkeit und Wärme, die das Publikum sofort in Ihren Bann zog.

Rund 50 Gäste und Besucher*innen fanden sich im Herzsaal ein, der für diesen Anlass in einen stimmungsvollen Lesesaal verwandelt wurde, komplettiert durch Weinbar und Käsespießchen, die regen Zuspruch fanden.
Es wurde viel gelacht, gestaunt und auch leise geseufzt.
Lisa Wagner gelang es, die kleinen und großen Absurditäten des Lebens, wie Kishon sie beschreibt, lebendig und berührend zu vermitteln.
Die Kurzgeschichten Kishons in so wunderbarer Weise vorgelesen zu bekommen, transportierte so manch eine*n Zuhörer*in zurück in die Jugend oder das junge Erwachsenenalter. Die Erzählbände Kishons standen in vielen deutschen Bücherschränken. Während der Lesung hörte man das eine oder andere „Oh, gleich kommt…“ oder „Ach ja, der gestreifte Kaugummi!“ und so manch ein Lachen in Erwartung der nächsten Pointe.
Es war ein ganz wunderbarer Abend, der einmal mehr zeigte, wie sehr das Lachen, das gemeinsame Erleben des Augenblicks und die Geschichten, die uns verbinden, zum Leben gehören, auch und ganz besonders in einem Hospiz. Das Hier und Jetzt ist und bleibt das Wichtigste.
Für Lisa Wagner war es eine Premiere, nicht nur in einem Hospiz vor Publikum zu lesen, sondern überhaupt ein Hospiz zu betreten.

Dem Filmteam des NDR, das im Auftrag von „Brisant“ einen Beitrag über die Lesung drehte, sagte sie lachend, dass sie ihre natürliche Grundangst vor dem Tod immer gepflegt habe und der Auseinandersetzung mit dem Thema bisher nach Möglichkeit aus dem Weg gegangen sei. Als Lisas Agentin Sandra Rudorff, die selbst eine sehr gute Erfahrung mit dem Hospiz gemacht hatte, als sie hier ihren Vater begleitete, fragte, ob sie sich vorstellen könnte, hier zu lesen, hatte sie gleich zugesagt und sich dieser Angst gestellt. „Auf diese Weise bin ich doch das perfekte Publikum für so einen Abend“, begründet die 46-jährige diesen Schritt. Konfrontiert mit der Angst vor dem Tod an einem Ort, an dem auch gestorben wird, findet sich viel Leben und Leichtigkeit. Und so muss es sein.
„Genau so, wie es wichtig ist, wie man in das Leben eintritt,“ sagt Lisa, „ist es wichtig, auf welche Weise, in welcher Begleitung und an welchem Ort man es wieder verlässt.“

Die wichtige und wertvolle Arbeit der Hospize unterstützt Lisa Wagner gerne und hofft damit auch, diese mehr ins Bewusstsein zu rücken.
Nicht nur ihre Angst vor dem Tod konfrontiert Lisa Wagner an diesem Abend, sondern arbeitet auch ein altes ‚Kindheitstrauma’ auf, von dem sie lachend und im Scherz berichtet: „Aus einem bestimmten Grund habe ich mich entschlossen, heute gerade Kishon vor Publikum zu lesen.“ Die Geschichte vom gestreiften Kaugummi, die sie mit großer sprachlicher Präzision und feinem Gespür liest, brachte ihr bei ihrem ersten Lesewettbewerb nämlich nur den 2. Preis ein.

Die Zeiten der 2. Preise gehören der Vergangenheit an: Unsere Zuhörer*innen waren einhellig und auf ganz hamburgische Art der Ansicht „mehr geht nicht“.
Der Abend machte einfach glücklich. Viele Besucher*innen und auch Lisa Wagner ließen ihn bei Brezeln, Käse und einem oder zwei Gläsern Wein ausklingen.

Wir danken Lisa Wagner für diesen besonderen Abend, der Leichtigkeit und Tiefe auf so wunderbare Weise verbunden hat – und der noch lange nachwirken wird.

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