02. Juni 2021

„Meine Kraft schöpfe ich aus meiner Zufriedenheit“

Marianne Haack ist seit Ende vergangenen Jahres unser Gast. Als die Diagnose kam, war der Krebs bereits fortgeschritten und wurde als extrem aggressiv bezeichnet. Den Plan für den Umzug ins Hospiz fasste die 70-Jährige daher bereits zu einem Zeitpunkt, als Ehemann Dittmar (75) noch so gar nichts davon hören wollte. „Ich war bis dahin eigentlich nie wirklich krank“, erzählt Marianne Haack. „Darum habe ich schlicht nicht eingesehen, warum sich das jetzt ändern sollte. OPs und Chemo kamen für mich nicht infrage.“

Mit der tatkräftigen Unterstützung von Tochter Stephanie kam sie schließlich über eine Empfehlung zu uns. Marianne Haack: „Zugegeben: gesundheitlich geht es mir seither mal super, mal weniger berauschend. Alles in allem bin ich hier aber am für mich idealen Ort.“

Das Hospizleben beschreibt Marianne Haack als harmonisch. „Wichtig war mir ein schönes Umfeld und Hilfe im alltäglichen Leben, wenn ich sie brauche. Das habe ich hier gefunden – und noch viel mehr. Das Team ist wirklich immer freundlich, fröhlich und entspannt. Stress und schlechte Laune? Fehlanzeige! Das ist toll, vor allem wenn ich mal meine sentimentalen fünf Minuten habe.“

Aufgewachsen ist Marianne Haack in den 1950er-Jahren in einem Behelfsheim in Hamburg-Blankenese. Gemeinsam mit Mutter und Oma lebte das fröhliche Mädchen hier behütet und inmitten von sehr viel Grün. Mit 16 trifft sie ihre erste große Liebe, Ehemann Dittmar. 1972 macht die Geburt der gemeinsamen Tochter Stephanie das Familienglück perfekt. „Ich werde oft gefragt, woher ich meine Stärke nehme“, erzählt Marianne Haack. „Die Antwort lautet: aus der Zufriedenheit mit meinem Leben und mir selbst! Und – aus der Musik. Dittmar und ich, wir haben so einige Konzerte der ganz Großen gesehen – von den Bee Gees über Bowie bis hin zu den Stones. Das plus meine tolle Familie, was will man mehr?“

An ihrem Gästezimmer gefällt der Seniorin besonders das geräumige Bad und die komfortable Einrichtung. „Ich habe mich hier gleich wohl gefühlt, darum reichen mir ein paar Fotos und die Besuche meiner Lieben. Was mein Leben ausmacht, das trage ich im Herzen.“ Eine Erkenntnis, die ihr, so sagt sie selbst, die Furcht vor dem letzten Lebensweg nimmt. „Wenn ich morgens aufwache, freue ich mich und denke, ‚na siehste, du hast ja noch einen Tag!‘ und mache dann einfach das Beste daraus.“

Zurück